Sehr geehrte Frau Minister,

Sehr geehrter Herr Minister,

 

wir, die Betroffenenvertretung Pebbles eV. sind bestürzt über das Abstimmungsergebnis der Finanzministerinnen und Minister, bezüglich der Frage Laufzeitverlängerung bzw. Antragsfristverlängerung der Stiftung Anerkennung und Hilfe, vom 29.1.2020.

Mit 15:1 Stimmen wurde gegen das Begehren der Betroffenen, Politikern und Betroffenenvertretungen nach Verlängerung gestimmt!

Grund für die Ablehnung ist die Angst vor Nachfinanzierung! Oder ist es eher Kalkühl? Eindeutig ist es jedoch zu wenig Lobby für die Menschen am Ende der Kette!

 

In mehrfacher Hinsicht ist dies ein historischer Skandal:

Die betroffenen Menschen haben in der damaligen Zeit auch aus Gründen der Finanzierbarkeit, und der Gier nach Bereicherung von Ärzten die die Medikamentenversuche an ihnen durchführten, diese Menschenrechtsverletzungen erleiden müssen.

 

Doch damit nicht genug, meine Damen und Herren, Sie machen mit solchen Entscheidungen die wissenschaftlichen Aufarbeitungen zunichte.

Sie Verhindern mit der Beendigung der Stiftung das ein dunkles Kapitel der Nachkriegsgeschichte politisch und gesellschaftlich aufgearbeitet werden kann.

 

Weiter noch, Sie berauben dieses Land um die Möglichkeit aus der Vergangenheit zu lernen und ein anderes Menschenbild auf die Betroffenen zu entwickeln. Kurz, Sie verhindern entscheidende Schritte in Richtung Humanität und Wahrheit!

Wenn der letzte Überlebende des Holocaust, bei dem nicht nur Juden vernichtete wurden, verstorben ist, wird dieses entsetzliche Kapitel aus der Geschichte verschwinden. Das es jedoch nach Kriegsende in diesem Land noch zu weiteren Verbrechen, mit absolutem nationalsozialistischem Charakter und Menschenbild gekommen ist, versuchen Sie zu vertuschen und klein zu reden?

 

Das, obwohl Sie wissen, das viele Betroffenen, aus unterschiedlichen Gründen, sei es aus Angst, Unfähigkeit, gesundheitlichen und geistigen Einschränkungen, Unachtsamkeit von Betreuern, mangelnden Zeitfenstern in Einrichtungen, noch keinen Antrag stellen konnten.

 

 

Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den schwächsten Ihrer Glieder verfährt!!!

(Gustav Heinemann)

 

Sie entscheiden sich offensichtlich für den Wert des Geldes und gegen die Mitmenschlichkeit und gegen die Inclusion von Menschen mit Behinderungen!!

 

 

Heute und hier versprechen wir Ihnen:

Wir werden uns nicht verschweigen lassen

Wir werden erneutes Unrecht nicht taten- und wortlos hinnehmen

Wir werden auf die Straße gehen

Wir werden anklagen

Wir werden uns an den Wahlurnen an Sie bzw.Ihre Fraktion erinnern!

Mit freundlichem Gruß

Elsa Manuela Nicklas-Beck