Zum Thema der „Arzneimittelstudien an Heimkindern in der BRD“ liegt nun die Dissertation (Doktorarbeit) der Pharmazeutin und Pharmaziehistorikerin Sylvia Wagner vor. Sie begann vor ca. fünf Jahren ihre Recherchen, nachdem ihr ehemalige Heimkinder berichtet hatten, dass sie in den Heimen zum Teil über Monate und Jahre mit Medikamenten ruhiggestellt wurden. Einige äußerten auch die Vermutung, dass man an ihnen Medikamente getestet hätte. Relativ schnell stieß sie auf die ersten Hinweise auf Arzneimittelstudien. Diese fand sie in medizinischen Fachzeitschriften der damaligen Zeit, in der die Prüfärzte ihre Versuche dokumentiert hatten. Auch in einer Einrichtung für Menschen mit einer geistigen Behinderung fand sie Nachweise von Versuchen. Aufgrund des großen Umfangs des Themas hat sich Frau Wagner in ihrer Dissertation auf eine bestimmte Gruppe von Psychopharmaka, die Neuroleptika, konzentriert. Das sind Arzneimittel, die eigentlich bei Psychosen eingesetzt werden, die aber auch beruhigend wirken. In einigen Fällen konnte sie genau aufzeigen, wie die Prüfsubstanzen bei den Heranwachsenden gewirkt haben.

Die komplette Dissertation können Sie einsehen unter folgendem Link:
https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-54600/Diss%20Sylvia%20Wagner-1.pdf